Vom Frauenhaus über Zusammenbruch hin zur happy Family

Wie Kerstin sich ihren Weg vom Frauenhaus über Zusammenbruch hin zur happy Family und einem erfolgreichen Blog gebahnt hat und dabei nie den Kopf in den Sand gesteckt hat.

 

Kerstin ist 46 Jahre alt, wohnt in Stuttgart und ist Mutter von 3 Kindern im Alter von 24, 7 und 4 Jahren. Sie ist Hausfrau, Familien Mangerin, Facility Managerin ? und Bloggerin. Ihr anwendbares Alltagswissen – wie sie es nennt – liest du auf ihrem Blog https://tagaustagein.org. Außerdem zeigt Kerstin jeden Morgen auf Instagram einen Ausschnitt aus ihrem (Familien-) Alltag und inspiriert Frau dazu, das Leben über 40 „zu rocken“.

 

Was bedeutet für dich positive Selbstführung?

Positive Selbstführung bedeutet für mich, dass ich jeden Tag auf’s Neue entscheiden kann, ob mein Glas halbvoll oder halbleer ist und was ich aus meinem Leben mache. Da ich ein sehr positiver und fröhlicher Mensch bin, entscheide ich für mich, dass jeder Tag ein guter Tag sein kann. Das versuche ich auch weiterzugeben, z.B. in meinen Instagram Stories. Viele Menschen fragen mich, wie ich das mache, dass ich jeden Tag so fröhlich bin – das sei ja fast schon krankhaft. Aber ich bin einfach ein positiver Mensch und Spaß gehört für mich zum Leben dazu.

Für mich wäre es grauenhaft, wenn ich nichts mehr zu lachen hätte. Ich denke, das ist etwas Angeborenes oder eine Gabe. Schon mit 12 Jahren habe ich auf Kindergeburtstagen „Späßle“ gemacht. Das hat sich seither durch mein Leben durchgezogen und ich wäre ganz sicher an manchen Stellen verzweifelt oder hätte den Kopf in den Sand gesteckt, wenn ich meinen Humor nicht gehabt hätte.

 

Gab es in deinem Leben einen entscheidenden Moment, in dem du erkannt hast, dass du etwas in deinem Leben verändern möchtest? Bitte erzähl uns darüber.

Ja, schon mehrere Male. Einmal war die Trennung von dem Vater meiner Tochter. Da war sie 2 oder 3 Jahre alt. Da bin ich mit ihr ins Frauenhaus gegangen. Das war eine Kurzschluss-Reaktion, denn ich hatte damals das Gefühl, wenn ich jetzt nichts unternehme, passiert uns etwas. Ich hab damals nur ganz kurz meine Mutter angerufen und dann habe meine Tasche gepackt und war weg. Daraufhin war ich 6 Monate im Frauenhaus bis ich einen neuen Mann kennengelernt und bin mit ihm ohne Geld, ohne Arbeit nur mit meiner Tochter im Gepäck nach Stuttgart gezogen. Die Beziehung ging in die Brüche und daraufhin lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Seither bin ich glücklich und zufrieden.

Das zweite war ein richtig heftiger Zusammenbruch vor 2 Jahren. Ich hatte damals meine Schwiegermutter gepflegt mit beginnender Demenz. On top hatte die wiederum noch eine 100 jährige Tante und ich hatte ein Baby. Außerdem hat mein großer Sohn ja Autismus, d.h. ich hatte dazu noch ein behindertes Kind. Ich musste an allen Fronten spielen und habe irgendwann gemerkt, ich pack das nicht. Daraufhin war ich in Kur und habe gemerkt, ich muss einen Schritt zurücktreten und mehr nach mir schauen. Ich musste lernen, Nein zu sagen und manche Dinge nicht mehr so eng zu sehen. Ich bin eigentlich ein sehr strukturierter Mensch und wenn ich mir etwas vorgenommen habe, dann mache ich es. Ich habe dann gelernt: Ok, das muss jetzt nicht sein, ich kann entscheiden, was ich mache und was nicht.

Und zuletzt war es dann die Entscheidung nach 6 Jahren Elternzeit nicht zurück ins Arbeitsleben zu gehen. Je näher der Termin rückte, dass ich wieder hätte arbeiten gehen müssen, desto mehr habe ich gemerkt, es fühlt sich nicht mehr stimmig an. Geldmäßig wäre eh nicht viel rübergekommen, aber viel wichtiger: Es hätte mir nicht gut getan und deswegen habe ich für mich auf den Tisch gehauen und gesagt, ich will zuhause bleiben. Klar, das heißt auf Geld zu verzichten, aber die Qualität, die ich seither habe ist unbezahlbar. Ich verzichte lieber auf bestimmte Luxusgüter, aber uns geht es gut. Für 400€ mehr sollte ich mich nicht nervlich und körperlich kaputt machen – das wäre Irrsinn. Das war die beste Entscheidung – für mich und für die Familie. Wir leben im Hier und Jetzt. Das Geld, das wir haben, geben wir dafür aus, als Familie etwas Schönes zu erleben. Dadurch haben wir tolle Erinnerungen und uns geht es gut, wie es jetzt ist.

 

Was war das schwierigste an deiner Veränderung?

Das schwierigste daran war, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen. Dahinter zu stehen, wofür ich mich entschieden habe. Es nicht abschieben zu können auf jemand anderen, sondern eine Entscheidung zu treffen und dann dazu zu stehen. Also den Schritt zu gehen, dass ich das jetzt so mache, egal wie es ausgeht. Es kann gut gehen oder voll in die Hose gehen – aber gut dann habe ich es wenigstens versucht.

Wenn jemand anderes etwas entscheidet, kann ich die Schuld jemand anderem zuschieben, wenn es nicht funktioniert. Aber den Schritt zu gehen, selbst zu entscheiden und dafür Verantwortung zu übernehmen – das ist die größte Herausforderung in all diesen Situationen gewesen. Egal ob du jetzt für dein Kind, deine Familie oder für dein Leben die Verantwortung übernimmst – es hängt immer etwas dran.

 

Welche Eigenschaften haben dir geholfen, deinen Plan vom Glück umzusetzen?

Zum einen mein Humor. Das meiste positiv zu sehen und zu lernen, dass es nach jedem Tal auch ein Berg gibt. Man bleibt nicht immer unten und selbst wenn man ganz unten ist, geht es irgendwann wieder bergauf. Das ist Hoffnung und die darf man niemals verlieren. Ich habe so eine Art Mischglauben – so nenne ich das. Ich picke mir das Beste aus allem raus, sei es der Buddhismus mit Karma und Wiedergeburt oder meine christliche Erziehung und der Beziehung zu Gott. Außerdem glaube ich ganz fest ans Universum, denn ich weiß, dass es funktioniert, denn ich habe es ausprobiert. Das hilft auf jeden Fall auch sehr.

Und ganz wichtig: Zu erkennen, dass du niemanden etwas beweisen musst. Du darfst einfach sein und darfst dich so nehmen, wie du bist. Ohne irgendwelche Ansprüche erfüllen zu müssen.

Also Humor, Hoffnung und Vertrauen. Vertrauen ins Leben. Das habe ich mit der Zeit aufgebaut. Wenn man zurückblickt, versteht man, dass sich das Leben wie eine Sinuskurve entwickelt: Es geht auf und ab. Wenn du unten bist, kannst du entweder den Kopf in den Sand stecken oder du sagst dir: Ich gehe einfach weiter. Schritt für Schritt. Es wird schon wieder … irgendwann wird etwas kommen. Und es kam auch immer – anders als gedacht und vielleicht manchmal auch zeitlich anders als gewünscht, aber es kam immer etwas und das Leben ging weiter.

 

Hast du ein (Lebens-)Motto?

Ja, ein Satz: Was mich nicht umbringt, macht mich stark.

Nicht stehen bleiben, sondern immer weitermachen. Alles, was ich erlebt habe, hat seinen Zweck erfüllt. Ich denke, es gibt einen tieferen Sinn im Leben und ein Ziel, wo du hinkommen sollst. Wie genau du da hin kommst, das kann auf verschiedenen Wegen passieren. Das zu erkennen, ist auch eine Frage des Alters – ich kam da mehr und mehr hin. Deswegen finde ich es wichtig, Erfahrungen weiterzugeben. Deshalb habe ich auch einen kleinen Blog-Artikel zu dem Thema geschrieben.  

Was würdest du Menschen mit auf den Weg geben, die sich fragen, wie sie sich positiv führen und das Leben leben, das sie sich wünschen?

Jeden Morgen auf’s Neue entscheiden, wie dein Tag werden soll. Das Glas kann halbvoll sein oder halbleer – du entscheidest. Und Verantwortung übernehmen für dich selbst. Auch wenn das mit Ängsten verbunden ist. Das ist so wichtig.

Als ich damals die Entscheidung getroffen habe, ins Frauenhaus zu gehen, fiel mir das natürlich nicht leicht. Ich hatte Ängste: Was wird die Familie dazu sagen? Was werden die Leute über mich sagen. Aber ich habe mir gesagt: Egal, es lebt ja niemand mein Leben für mich. Ich kann darauf keine Rücksicht nehmen. Ich muss eine Entscheidung treffen, egal was die andere dazu sagen. Das ist echte Verantwortung. Niemand kann von außen in die Beziehung reinschauen und ich hatte das Gefühl alleine auf weiter Flur zu stehen. Niemand hat mich damals verstanden, keiner hat etwas gemerkt. Ich habe damals nicht wirklich Leuten erzählt, was da passierte, weil ich dachte: Wer wird mir glauben? Und dazu kam: Ich wollte niemanden mit reinziehen. Deswegen habe ich entschieden, dass ich das jetzt so mache und mit meiner Tochter ins Frauenhaus gehe. Dadurch bin ich auch mit meiner Tochter so eng zusammengewachsen. Für sie war ich mein ganzes Leben alleine verantwortlich.

Und ganz, ganz wichtig möchte ich zuletzt sagen: Hoffnung haben und diese nie, nie aufgeben. Hoffnungslosigkeit führt genau dazu, dass man keine Verantwortung im Leben übernimmt. Das heißt die Lernkurven des Lebens nicht anzunehmen. Alle Höhen und Tiefen, die ich im Leben erlebt habe, haben mich auf etwas vorbereitet. Zum Beispiel darauf, die Krankheit von meinem Sohn gut zu meistern. Beide Kinder saugen viel Kraft von einem, aber ich hatte das Gefühl, dass ich darauf vorbereitet wurde. So habe ich es damals in der Krise immer zu meiner Tochter gesagt: Ich werde hier noch auf etwas Großes vorbereitet. Und jetzt kann ich da sein, wenn sie mich brauchen.

 

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Möchtest du auch jeden Tag auf’s Neue mit einem positiven Mind-Set starten? Du möchtest wichtige Entscheidungen für dein Leben treffen, um mehr Zeit für dich oder deine Kinder  und deinen Partner zu haben? Vielleicht sogar auf Geld verzichten wie Kerstin und dafür jede Menge Freude und Zeit gewinnen? Ohne Plan möchtest du auf keinen Fall starten… Richtig so. Mach dir deinen Plan vom Glück und finde deine persönliche Work-Life Romance. Komm zum Lead Yourself Workshop am 14./15. April und starte jetzt.

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Kerstin – die Familienmanagerin aus dem Schwabenländle betreibt ihren Familien- & Lifestyleblog Tagaustagein mit Leidenschaft und Herzblut. Hier geht es um Alltägliches & Familiäres. Du findest Anregungen zu Speiseplänen, einfache Rezepte, DIY’s und praktischen Wohn- & Deko-Tipps. Neben dem Fotografieren gehört ihre zweite Leidenschaft dem Reisen im eigenen Wohnmobil. Sie zeigt tolle Ausflugsmöglichkeiten und schöne Reiseziele. Ihre Themen sind so bunt, wie das Leben selbst. Schau dich um und lass dich inspirieren.

https://tagaustagein.org/

Unsere Lead Yourself Kärtchen findest du im Shop.

 

 

 

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