Selbständig mit 22: Aber sicher!

Darüber, wie Vanessa Kaul es geschafft hat, sich nicht verbiegen zu lassen, sondern bereits mit 22 Jahren die Entscheidung zu treffen, sie selbst zu sein und beruflich ihren eigenen Weg zu gehen.

 

Vanessa ist 33 Jahre alt und betreibt seit fast 10 Jahren ihren eigenen Friseur Salon in Groß-Gerau Salon Vanessa’s. Die Entscheidung dazu fiel, als sie gerade erst 22 Jahre alt war: Nach drei sehr unterschiedlichen Arbeitgebern fühlte sie sich nirgendwo angekommen, musste sich selbst immer wieder anpassen, schlief nachts nicht mehr gut und merkte, dass sie immer unglücklicher wird. Darauf folgte der Entschluss, ihr eigenes Ding zu machen und viel wichtiger: Sie selbst zu sein.

 

1) Christina: „Was bedeutet für dich Selbstführung?“

Vanessa: „Es bedeutet für mich, dass ich dafür sorge, dass ich mich in einem Rahmen bewege, in dem ich mich wohlfühle und ich ich selbst sein kann. Dass ich Verantwortung übernehme für mein eigenes Glück. Wenn man weiß, dass es definitiv so nicht weitergeht, weil man unglücklich ist, die Dinge in die Hand zu nehmen. Man weiß nie, was morgen ist. Daher lieber etwas unternehmen als nur zu meckern oder zu jammern und vor sich hinzusiechen.“

 

2) Christina: „Wann kam für dich der entscheidende Moment, in dem du erkannt hast, dass du etwas in deinem Leben verändern möchtest und du dich selbst führen musst?“

Vanessa: „Nach meiner Friseur und Visagisten Ausbildung habe ich mich entschieden, meinen Meister zu machen und bin danach losgezogen, um die Welt zu sehen. Schweren Herzens verließ ich meine ‚Friseur-Familie‘ im alten Salon und arbeitete daraufhin bei verschiedenen Salons fest angestellt. Es war eine spannende Zeit, ich habe vieles gesehen und gelernt. Dabei habe ich recht schnell festgestellt, was ich nicht möchte. Beim High Fashion Laden lief zum Beispiel den ganzen Tag Walgesang im Hintergrund und beim 10€-Friseur waren alle Termine so streng durchgetaktet, dass man letztlich überhaupt keine Zeit mehr hatte für den Menschen. Dabei machen die Haare doch auch den Menschen aus. Damals habe ich erkannt, dass ich auf gar keinen Fall so einen ‚Schnell-Schnell-Schnell-Laden‘ haben will. Ich möchte Zeit haben für den Menschen.

Nach drei sehr unterschiedlichen Arbeitgebern fühlte ich mich also nirgendwo angekommen. Ich musste sich selbst immer wieder anpassen oder sogar verbiegen: Ich musste meine Piercings rausnehmen und durfte meine Haare nicht färben. Da kam für mich der Punkt, an dem ich mich gefragt habe, was eigentlich nicht stimmt, wenn man als Friseur nicht mal die eigenen Haare so färben darf, wie man es will.

Als ich dann irgendwann nachts nicht mehr gut schlief, merkte ich dass ich immer unglücklicher werde. Darauf folgte der Entschluss, dass es so nicht weitergehen kann und ich eine Richtung einschlagen möchte, in der ich mich weiterentwickeln kann und trotzdem ich selbst bleibe.“

 

3) Christina: „Was war das schwierigste an deiner Veränderung?“

Vanessa: „Die Entscheidung an sich. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meiner Mutter, als ich gerade frisch von der Meisterschule kam, die mich gefragt hat, ob ich mich jetzt selbstständig mache. Daraufhin bin ich zur Agentur für Arbeit und habe mich beraten lassen. Damals hatte ich einen sehr guten Berater, der mich erst einmal für Seminare und Kurse eingetragen hat, so dass ich mich erst einmal sortieren konnte. Ich hatte das Gefühl, dass es gerade nicht der Zeitpunkt dafür ist, doch mein Berater hat mir sehr viel Zeit gelassen.

Viele Menschen haben mir geraten, auf mein Bauchgefühl zu hören, aber mit 22 Jahren wusste ich auch nicht so recht, was das genau ist. Erst durch die Kurse wusste ich dann mit der Zeit: Ok, hört sich doch alles gut an. Mein alter Chef gab mir dann auch ganz klar den Rat, den Schritt zu gehen.

An einem Abend bin ich ins Bett gegangen und mit dem Gedanken eingeschlafen, dass ich den Schritt in die Selbstständigkeit gehe. Morgens bin ich aufgewacht und es hat sich so gut angefühlt. Auf einmal wusste ich: Ja, es ist das Richtige. Das war der entscheidende Punkt.

Aber der Findungsprozess davor hatte viele Ups und Downs – tageweise habe ich geheult, tageweise habe ich mich total gefreut. Zu dieser Zeit habe ich ein Mantra entwickelt:Es gibt keinen Friseursalon im Wasserturm und DU machst das jetzt.“ Klingt vielleicht komisch, aber das hat mich in dem ganzen Prozess begleitet bis dann die Entscheidung feststand.“

 

4) Christina: „Welche Eigenschaften haben dir geholfen in der Umsetzung deines neuen Plans?“

Vanessa: „Ganz klar die Einstellung „Arschbacken zusammenkneifen und durch“. Mir kam zugute, dass ich sehr jung war und somit ein bisschen naiv an die Sache rangegangen bin. Ich bin schon ein kleines Träumerlein.

Natürlich sollte man nicht zu naiv sein, aber man darf auch nicht zu viel nachdenken bei der Entscheidung. Danach schon, aber dann nicht mehr die Entscheidung selbst in Frage stellen. Dann kommt meine Eigenschaft als Macher-Mensch heraus, der einfach dabei bleibt und macht. Es ist normal, sich auf dem Weg auch zu hinterfragen, aber wenn man sich selbst und den eigenen Traum verwirklicht, geht das nur, wenn man sich selbst treu bleibt und im Macher-Modus Dinge abarbeitet.

Neben meinen Eigenschaften, gab es aber auch Rahmenbedingungen, die dazu beigetragen haben, den Plan wirklich durchzuziehen: Da ich unglücklich war und einfach wieder so eine „Friseur-Familie“ haben wollte, wie ich es aus der Ausbildung kannte, musste ich etwas tun. In all den Unternehmen, in den ich angestellt war, habe ich das nicht gefunden. Da blieb mir nichts übrig, als es selbst zu machen.

Was mir außerdem sehr geholfen hat, war die Unterstützung meiner Eltern, die von Anfang gesagt haben, dass wir Schadensminimierung machen, sollte ich das Ding an die Wand fahren. Das hat mich innerlich entlastet. Und ich hatte damals einen Freund, dem es gesundheitlich gar nicht gut ging. Das hat mich sehr motiviert etwas zu machen. Nach dem Motto: „Wenn nicht jetzt, wann dann?! Wer weiß, ob ich es in 10 Jahren noch kann.“ Ich bin nicht sicher, ob ich es wirklich durchgezogen hätte, wenn das nicht so direkt vor meinen Augen gewesen wäre. Das war schon ein großer Antreiber.“

 

5) Christina: „Hast du ein (Lebens-)Motto?“

Vanessa: „Mein Lebensmotto ist eher variabel. Momentan mag ich den Spruch:

Sprechenden Menschen kann geholfen werden.“

Ich denke immer: Rede mit mir, egal in welchem Bereich – Kunden, Freunde. Ich kann nicht in die Köpfe der Menschen gucken.

Und dann vielleicht noch das: Ich möchte einfach glücklich sein. Gilt das als Motto?“

 

6) Christina: „Was würdest du Menschen mit auf den Weg geben, die nicht da sind, wo du jetzt bist, sondern die sich momentan eher fragen, wie sie dorthin kommen und das Leben leben können, das sie sich wünschen?“

Vanessa: „Hol dir Hilfe und lass dir auch Zeit. Ich habe zum Beispiel damals eine Existenzgründungsberatung in Anspruch genommen und auch heutzutage habe ich natürlich einen Steuerberater, der mich in allen Zahlen Belangen berät. Meine Eltern haben mir geholfen, den Laden komplett umzubauen – wir haben fast alles selbst gemacht. Es gibt viele Beispiele und man kann nicht alles alleine machen. Rede mit Menschen, die es gut mit dir meinen und dir ehrliches Feedback geben. Nicht nur positives, sondern auch mal Tacheles.

Das wichtigste ist: Guck darauf, wie es sich für dich anfühlt. Das kann man lernen. Dafür darf man sich auch selbst die Zeit geben. Manchmal ist es vielleicht noch nicht der richtige Zeitpunkt, aber das eigene Wohlbefinden sollte man immer im Auge behalten.

Ich habe jetzt einen tollen Laden mit tollen Kolleginnen, mit denen ich jetzt wieder eine eigene Friseur-Familie habe, wie ich es mir gewünscht habe. Daher will ich mit auf den Weg geben, dass die Zeit viel zu schade ist, um schlecht drauf zu sein oder den Tag mit negativen Gedanken zu vergeuden. Negativ sein ist anstrengend und es bringt nichts, sich immer wieder runterziehen zu lassen oder sich selbst runterzuziehen. Wenn die Dinge nicht so sind, wie du sie dir wünscht, dann schlag einen Weg ein, nach deinen Vorstellungen. Am Anfang hilft dann: Einfach machen. Das war für mich definitiv der richtige Weg und im Laufe der Jahre lernst du eh alles dazu, was du noch brauchst.“

 

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Vanessa’s Friseursalon findet ihr im Wasserturm in Groß-Gerau. Vanessa und ihr Team bieten im besonderen Ambieten des Wasserturms alles rund um Haare und Make-Up. Termine lassen sich ganz bequem per Online-Buchungssystem vereinbaren.

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3 Kommentare zu „Selbständig mit 22: Aber sicher!“

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